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Sauerstoffwerk  Peenemünde
Fotoblog usedom

Heeresversuchsanstalt Peenemünde – das Sauerstoffwerk

Peenemünde das ist ein Ort der Gegensätze, wie sie eindrucksvoller kaum wirken können.
Von Peenemünde aus wurde der Versuch unternommen, mit dem Bau der so genannten Vergeltungswaffe Europa und die Welt unter das Joch des deutschen Nationalsozialismus zu bringen. Und doch ist der Ort auch nach den vielen misslungenen Starts des Aggregates A4 letztlich am 03. Oktober 1942 mit dem ersten Flug in den Weltraum, abgehoben aus der Arena der Heeresversuchsanstalt unter der Leitung Wernher von Brauns, der Geburtsort der Raumfahrt. Diese zwei Seiten jenes geschichtsträchtigen Ortes auf der Insel Usedom sind allgenwärtig bei einem Besuch im Norden der Insel.

So informiert das Historisch-technischen Informationszentrums (HTI) Peenemünde sowohl über die technische Meisterleistung der Deutschen Wissenschaftler und Raketenforscher, als auch über das unsägliche Leid, welches ein menschenverachtendes System nach Peenemünde brachte und diesen Ort in der ganzen Welt bekannt machte. Hier wurde ein einzigartiger Ort des Stolzes und der Trauer, der Stille und der Hoffnung, der Macht, Ohnmacht und der Begeisterung geschaffen...

Nicht nur das Museum mit dem Kraftwerk, in dem seit einigen Jahren die Peenemünder Konzerte zum Usedomer Musikfestival stattfinden sind eindrucksvolle Zeugen nationalsozialistischer Gigantomanie. Die Bunker in den Peenewiesen und im Waldareal am Peenemünder Haken zeugen genauso davon, wie die imposante Ruine des Sauerstoffwerkes. Das Gebäude vermittelt noch heute einen Eindruck von der Größe der Anlagen. Die Sauerstoffproduktion für die Raketenantriebe verschlang alleine bis zu 22 Megawatt der im nahen Kraftwerk erzeugten Energie. Hier wurde nach dem „Linde--Verfahren“ flüssiger Sauerstoff produziert. Er diente durch die Verbrennung von 98-prozentigem Alkohol dem Raketenantrieb. Für einen Raketenstart wurden acht Tonnen flüssiger Sauerstoff benötigt. Bis zu dreizehn Tonnen wurden täglich ab 1942 in dem Werk produziert. (Quelle: Peenemünde, Mythos und Geschichte der Raketen, Katalog des Museums Peenemünde 2004)

Die Faszination des Ortes besteht in der gewaltige, ja fast erdrückende Dimension, die durch den Verfall und die Eroberung durch die Natur eine wohltuhende Endlichkeit erfährt. Mittels HDR-Fotografie erschein der Ort sureal und unwirklich – dem Mythos Peenemünde entsprechend, die Gegensätze förmlich herausfordernd …

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